„Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.“ Jesaja 50,10b

Wir alle kennen sie: die Dunkelheit. Nachts – und zunehmend auch am Tage, weil die Sonnenstunden abnehmen. Wer früh zur Arbeit geht oder spät nach Hause kommt, ist zwangsläufig im Dunkeln unterwegs. Das kann auf das Gemüt schlagen. Gut, wenn zumindest das Licht der Straßenlaterne leuchtet.

Doch auch im übertragenen Sinne kennen wir sie, die Dunkelheit. Vielleicht nicht im Blick auf das ganze Leben – aber an einzelnen Punkten. Da ist die Gesundheit: man rennt von einem Arzt zum anderen und nichts hilft – es scheint kein Licht. Da ist Beruf: man schreibt eine Bewerbung nach der anderen, aber es ergibt sich nichts. Da ist das Geld: man kann machen, was man will, es reicht vorne und hinten nicht. Da ist die Familie: Sorgen um die Kinder, um die Eltern oder die Geschwister.

Jesaja hat eine ermutigende Botschaft für uns. Auch er kennt die Dunkelheit, in der kein Licht leuchtet. Was macht ihm Hoffnung? Das Licht am Ende des Tunnels? Nein, in diesem Bibeltext wird nicht das Licht der Finsternis entgegengestellt – sondern Gott, der Herr. Wer Dunkelheit erlebt, darf sich trotzdem auf Gott verlassen. Die Vieldeutigkeit des hebräischen Wortes, was hier mit „sich verlassen“ übersetzt wird, bringt dabei etwas Licht ins Dunkle: Es meint auch „sich anlehnen, stützen, ausruhen“.

Mich ermutigt dieses Bild: Wenn ich im Dunkeln unterwegs bin, kann ich mich auf Gott verlassen. Er wird mich stützen. Ich kann mich bei ihm anlehnen, wenn mir selbst die Kraft fehlt. Bei ihm kann ich mich ausruhen und meinen Weg – auch im Finstern – fortsetzen. Ich kann mich Schritt für Schritt voran tasten. Viele Herausforderungen werden bestehen bleiben. Aber ich muss keine Angst haben, weil ich nicht allein bin.

Es grüßt euch herzlich,
Pastor Marcus Jelinek (Adventgemeinde Velbert-Neviges)